Nacht in Suva – ein Horror

Unsere Übernachtung in Suva hatte ich über Booking.com gesucht und gebucht, da die anderen Portale nur recht teuere Hotels zu bieten hatten. Für etwa 6 Stunden Schlaf waren uns 300-500 Euro einfach zu teuer. Ich fand einen Homestay, mitten in Suva, bei einem Chinesen. Die Bewertungen waren gut, der Preis super und so buchte ich denn 2 Zimmer für uns 6.

Als wir mit unserem Taxi bei dem Haus vorfuhren, schwante uns noch nicht was uns drinnen erwarten würde. Den Eigentümer musste der Taxifahrer herbeihupen. Er kam dann auch über beide Ohren grinsend und öffnete die Kette des Tores.


Als wir das Haus betraten, schlugen wir innerlich beide Hände über den Köpfen zusammen. Das Haus war eigentlich eine Bruch- oder Bretterbude. Die inneren Zimmerwände waren nur nachträglich eingezogene Bretter, überall war Schimmel an der Decke zu finden, geputzt worden war schon länger nicht mehr und die Bädern waren mittelalterlich und schmutzig.


Das Haus glich einem Labyrinth und war nach und nach erweitert worden. Mit dem ursprünglichen Grundriss hatte das nicht mehr viel zu tun.
Ausserdem bekamen wir am Ende nur 5 Betten, so dass unsere 2 jüngsten Töchter in einem Bett schlafen mussten.


Unser Schlafzimmer war im hintersten Eck des Hauses, nachdem durch 2 schmutzige Küchen gegangen war, und das Bett bestand aus ein paar zusammen genagelten Brettern und einer 5cm dicken Matraze. Sie war ein Witz.


Neben einem Zimmer wohnte ein Amerikaner, der unser zweites Dreierzimmer bekommen hatte und er warnte uns vor unserem Gastgeber mit dem Kommentar „passt auf mit dem Mann,
er ist verrückt“. Neben unserem Zimmer wohnte ein weiterer Chinese.
Der Gastgeber hatte sich hinter dem Haus eine neue Bretterbude gebaut und vermietete das eigentlich Hause an 9-10 Personen. Na toll, dachten wir. Das ist ja gar kein Homestay.


Nachdem wir das Haus einmal durchschritten hatten, wussten wir nicht ob wir lachen oder weinen sollten. Da dies aber nur für 1 Nacht sein sollte, trugen wir es mit Fassung und sahen es als kulturelle Lehrstunde für unsere Kinder.
Als wir uns dann um 21 Uhr versuchten zum Schlafen zu legen, damit wir um 4 Uhr morgens wenigstens halbwegs ausgeschlafen an der Bushaltestelle ankommen würden, begann es wie aus Eimern zu regnen. Das ist in Suva keine Seltenheit. Suva bekommt sehr viel Niederschlag, vorwiegend nachts. So war es auch kein Wunder, dass es einige Stunden fast durch-
regnete.
An und für sich kein Problem. Aber der arme Hund des Besitzers war direkt neben unserem Zimmer am Baum angebunden und hatte keinen Unterstand. Daher jaulte und heulte er mehr oder weniger ununterbrochen. An Schlaf war nicht zu denken. Um Mitternacht kam noch ein Nachzügler ins Haus, wodurch der Chinese noch einmal durch das Haus stapfte um alles aufzusperren. Der Chinese neben uns begann um Mitternacht seine Telefongespräche zu führen. Bei Wänden wie aus Papier hätten wir Chinesisch lernen können.

Um 2.45 Uhr morgens war es sogar unserem Gastgeber zu blöd, dem andauernden Jaulen des Hundes zuzuhören, so dass er das arme Tier losmachte. Somit hatten wir dann sage und schreibe 30 Minuten Ruhe zum Schlafen. Wir kamen also ziemlich zerknautscht am Bus an und dachten, im Reisebus schlafen zu können. Aber auch hier weit gefehlt.
Auf einem halben Sitzplatz bei lauter Reggaemusik kann man auch nach so einer Nacht NICHT schlafen.
Heute wissen wir, dass es auch andere bezahlbare Unterkünfte in Suva gibt, nur sind die eben nicht über das Internet zu finden.

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